365 Deeprock – Wie alles begann…

365 Deeprock – Wie alles begann…
Dezember 19, 2018 Andreas Gloge

 

Eigentlich sollte es nur eine simple Schreibübung werden. Ich wollte jeden Tag ein bisschen zu Papier bringen. Nichts Großes, sondern einfach nur ein paar spannende, spaßige und mich selbst überraschende Worte. Um dabei aber der vollkommenen Beliebigkeit zu entgehen, überlegte ich nach einem roten Faden, den diese Schreibübungsfragmente bekommen könnten. Mir kam der Gedanke einer Stadt… eine Mischung aus Ankh-Morpork und New Crobuzon, ein Schmelztiegel aus Fantasy und Science-Fiction, wo alles möglich ist und selbst ich nicht erahnen konnte, was mich hinter der nächsten Gasse erwarten würde. Hier könnte ich über die Bewohner schreiben, über die wundersame Architektur, die Historie, über Gefahren, Feste und Seltsamkeiten, über Zusammenhänge, Geheimnisse und vieles mehr. Jeden Tag ein winziger Snapshot aus dieser Stadt. Wie gesagt: eine simple Schreibübung.

Aber für wie lange? Einen Monat vielleicht? Oder ein ganzes Jahr lang? Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember? Jeden Tag ein Eintrag aus dieser Stadt, nennen wir sie mal Deeprock. Das wären dann 365 Einträge an 365 Tagen.

Und wie lang sollten die Einträge dann sein? 365 Tage… 365 Einträge… Warum dann nicht auch 365 Worte? Obwohl (ich schaute mal kurz bei Word nach), das schien mir doch recht viel zu sein. Das würde vermutlich unnötig Druck aufbauen und den Spaß am Schreiben mindern. Wie wäre es aber mit 365 Zeichen? 365 Zeichen also – Leerzeichen nicht mitgezählt. Das klang nach der willkommenen Herausforderung, die ich gesucht habe. Und damit war das Format geboren:

365 Tage.

365 Einträge.

365 Zeichen.

Über eine Stadt namens Deeprock…

Und das Ganze nicht erzählt als eine zusammenhängende Geschichte, sondern als ein Kaleidoskop aus Fragmenten, Bildern und Figuren.

Ich fühlte mich an meine Rollenspielzeiten erinnert. Sobald ich eine Welt näher kennenlernen wollte, waren Quellenbücher das Non-Plus-Ultra. In diesen wurden Spielregionen umrissen, Mysterien angedeutet, Nichtspielercharaktere eingeführt und mögliche Aufhänger für Abenteuer angeboten. Quellenbücher waren wortwörtlich ein Quell aus Ideen und Inspirationen, aus dem man sich bedienen konnte aber nicht musste.

So ähnlich sah ich Deeprock. Womöglich würden einige Einträge miteinander zusammenhängen und sich beeinflussen, so wie die Dinge in einer Stadt es nun einmal tun. Andere Einträge wiederum würden ganz für sich alleine stehen. Und bei nur 365 Zeichen würden mit Sicherheit unzählige lose Enden und Fragen übrigbleiben. Die Einträge wären vermutlich voller Andeutungen und offenen Enden, die wiederum die Fantasie des Lesers (und Autors) ankurbeln können: Wie geht es mit ihm oder ihr weiter? Was wäre, wenn…? Stell dir mal vor…

Am Ende könnte Deeprock womöglich als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle für Autoren, Rollenspieler oder Normalsterblich-Lesende funktionieren, die alle nach einem wilden Sammelsurium aus abgedrehten Ideen oder einfach nur nach skurriler Unterhaltung suchen –  ohne vorherbestimmte Auflösungen, dramaturgische Korsetts oder finale Happy Ends…

Und so entstand 365 Deeprock… eine Stadt, die in ewigen Nebel getaucht ist, der es nicht zulässt, dass man sie als Ganzes erkennt und begreift. Mal reißen die Schleier ein wenig auf und offenbaren mehr über die Wahrheiten, die versteckt sind in den engen Gassen und nebelvergangenen Plätzen der Stadt. Mal muss der eigenen Fantasie vertrauen, um die losen Enden im Geiste miteinander zu verknüpfen…Wie gesagt: Wie geht es mit ihm oder ihr weiter? Was wäre, wenn…? Stell dir mal vor…

Ich setzte mich also zu einer beliebigen Zeit am Tag für nicht mehr als ein paar Minuten an den Laptop, hielt kurz inne, schloss die Augen… und tippte los. Kein Zensor, keine Stringenz oder Kausalität, sondern einfach schreiben, was in den Kopf kommt. Das Bild im Geiste zu Worten in der Word-Datei verwandeln. Danach noch das Ganze auf die richtige Zeichenzahl trimmen, hier und da an den Formulierungen feilen, abspeichern, fertig.

Auf diese Weise überraschte ich mich Tag für Tag aufs Neue, und mit der Zeit begann Deeprock, zu wachsen und eine eigene Geschichte zu entfalten. Einige Bewohner wurden plötzlich bedeutsamer, Hintergründe und Geheimnisse wurden greifbarer und die Geschichte dieser Stadt entwickelte ihr unaufhaltsames Eigenleben.

So ist Deeprock zu dem geworden, was ich jetzt 365 Tage lang mit je einem Eintrag pro Tag auf meiner Homepage entfalten werde. Deeprock ist düster, witzig, skurril, albern, tragisch und hoffentlich spannend für alle, die die letzte Stadt im ewigen Nebel zum ersten Mal betreten…

Viel Spaß.

Andreas

 

 

 


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It's just me (or at least a 21st century version of me)

1 Kommentar

  1. Hella Gloge 3 Monaten vor

    Einleitung wunderbar geschrieben. Macht neugierig auf mehr ab 2019.

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