10 Fun Facts about me

10 Fun Facts about me
Januar 6, 2019 Andreas Gloge

FUN FACT 1

„Glück bedeutet eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis.“
(Ingrid Bergmann)

Mein ehemaliger Mitbewohner Bora hat mir früher oft und sichtlich amüsiert Anekdoten aus meinem eigenen Leben aufgetischt. Ich fand die Geschichten urkomisch – denn ich hatte sie bereits vergessen. Ich habe nämlich ein extrem schlechtes Gedächtnis. Klar, ich erinnere mich an die wichtigen Erlebnisse in meinem Leben, an Freunde, Familie, Reisen, Bücher, Filme, Musik oder einschneidende Momente und Wendepunkte. Aber ich vergesse so viele Details, dass es mir oft kaum möglich ist, das Erlebte einigermaßen korrekt oder gar unterhaltsam nachzuerzählen. Auch vergesse ich schnell, wie lange etwas her ist oder was ich wann und wie gesagt habe. Man könnte im positiven Sinne auch sagen, ich schaue lieber nach vorne als zurück. Oder im negativen mit Tomtes Worten: „Es ist nicht leicht sich zu erinnern,wenn man nie lernte wachsam zu sein.“ Ich kann mir daher auch keine Witze merken, bis auf zwei: Kommt ein Pferd in die Bar. Sagt der Barkeeper: „Hey, warum so ein langes Gesicht.“ Und dieser eine Witz mit den zwei Freundinnen in der Stadt und dem Blumenstrauß… Dafür erinnere ich mich interessanterweise an unfassbar viele Hörspielzitate aus meiner Kindheit (vor allem aus Masters of the Universe und Die drei ???).

Ich vermute, dass ich unbewusst meinen speziellen Gedächtnispalast errichtet habe, der allerdings nach seinen ganz eigenen (und mir unbekannten) Blaupausen errichtet wurde. Und wenn ich von Gedächtnispalast spreche, dann in Anlehnung an Conan Doyles Sherlock Holmes, der Watson gegenübersein Gedächtnis als einen Dachboden beschrieb, in dem Erinnerungen abgestellt werden. Der Platz sei natürlich begrenzt. Darum würde er, Holmes, nur sehr selektiv Dinge in seinen Gedächtnis-Dachboden aufnehmen. Nur Informationen, die ihm später von Nutzen sein könnten, würden einen Platz erhalten. Holmes konnte diese Dachboden-Ausstattung gezielt entrümpeln und neu einrichten. Klar, er war Holmes. Ich hingegen eher nicht so. Deswegen bewundere ich Holmes und viele reale Menschen in meinem Umfeld, die über ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen verfügen. Sie können wunderbare Geschichten aus ihren Leben erzählen oder berühmte Persönlichkeiten rezitieren. Mir fällt das sehr schwer. Mein Gedächtnispalast ist eher eine Gedächtnisrumpelkammer. Aber vielleicht schläft es sich so besser…

Andreas Gloge Selfie


(hier nun ein paar recht beliebige aber hoffentlich unterhaltsame Anekdoten und Fun Facts, die ich nicht vergessen habe und die auf meinem Dachboden ihren Platz gefunden haben)


FUN FACT 2

Rechts vs. Links

Mit 7 Jahren bin in den Fußballverein eingetreten und hatte zwei recht unterschiedliche Füße im Angebot: den rechten zum Schießen und den linken zum Nichtumfallen. Nach ein paar Jahren merkte ich, dass das eigentlich recht unpraktisch ist, wenn man richtig gut Fußballspielen will. Also begann ich mit etwa 11 Jahren, die Koordination mit meinem linken Bein und Fuß ganz gezielt zu trainieren. Ich spielte von einem Tag auf den anderen z.B. ganze Trainingseinheiten oder Trainingsspiele nur noch mit links und vermied, so gut es ging, jegliche Pässe und Abschlüsse mit meinem rechten Fuß. Das war anfangs eine echte Katastrophe! Was musste ich mir da für Sprüche von den anderen Jungs im Team anhören! Ich solle mal aufhören mit dem Mist! So würde das doch keinen Spaß machen. Und so weiter… Aber ich wollte besser werden… Und hierfür musste ich meine Schwächen erkennen, akzeptieren und daran arbeiten.

Also lächelte ich (etwas verschämt) die Sprüche der anderen weg und machte so weiter. Nach ein paar Woche ging es bereits aufwärts und ich fühlte mich sicherer und kräftiger mit links. Und die Sprüche wurden weniger, da die anderen immer seltener bemerkten, wann ich ihnen den Ball mit links und wann mit rechts zuspielte. Und wieder ein paar Wochen später schoss ich die ersten Freistöße und Eckbälle in Ligaspielen mit meinem linken Fuß. Warum? Weil ich es konnte.

Obwohl ich seit über 20 Jahren nicht mehr im Verein spiele und mittlerweile vielleicht noch 1-2x im Jahr irgendwo mitkicke (wenn überhaupt), hat mein linker Fuß bis heute nichts verlernt. Und das macht mich auch als Fußballrentner noch ein bisschen stolz.

Andreas Gloge als Kind beim Fußball

 


FUN FACT 3

„Der zweite Stern von rechts und dann geradeaus bis zum Morgen.“
(aus Peter Pan und/oder Star Trek VI)

Mein Freund Markus brachte die erste Schwarze Auge Box 1986 oder 87 vom einzigen Spielegeschäft im Örtchen mit nach Hause. Was wir darin entdeckten, sollte unsere Leben fortan prägen. In der Box gab es einen 20-seitigen Würfel, ein Regelwerk, ein Einstiegsgeschichte und das Versprechen unzähliger Abenteuer, die nur darauf warteten, erzählt und erlebt zu werden. Man konnte zwischen fünf Heldentypen wählen (Abenteurer, Krieger, Zwerg, Elf, Magier) und besaß fünf Attribute (Mut, Klugheit, Charisma, Geschicklichkeit, Körperkraft). Wie cool war das denn?

Das Schwarze Auge war der Anfang. Es folgten über die Jahre immer neue Regelwerke, andere Systeme, neue Welten und und und… In ganz unterschiedlichen Intensitäten und mit meinen Freunden Markus, Marc, Christian, Veit und anderen spielte ich über viele Jahre hinweg neben DSA noch D&D, MERS, AD&D Birthright, Pendragon, Mechwarrior, Shadowrun, Perry Rhodan, Star Trek, Vampire, Dämonen, A Game of Thrones und andere Pen-&-Paper-Rollenspiele, die manchmal nur eine Session überlebten aber zumindest mal angespielt werden wollten… Ich wurde zum störrischen Zwerg, zum zweifelnden Adligen, zum spitzzüngigen Dieb, zum dämonengeplagten Fotografen und zum Weltraumkrieger auf der Suche nach seiner Herkunft. Es gab viele Sessions voller Langeweile oder Albernheiten, aber es gab auch diese außergewöhnlichen Spielabende voller Spannung, Angst, Freude, Euphorie und Tränen. Diese außergewöhnlichen Momente erweckten und hinterließen eine unstillbare Sehnsucht nach Abenteuern in noch unentdeckten Landen…

Obwohl ich in den letzten zehn Jahren eigentlich gar nicht mehr gespielt habe, waren und sind Pen-&-Paper-Rollenspiele für mich immer noch etwas Besonderes. Dank der passenden Konstellation (Meister, Spielerrunde, Atmosphäre, Soundtrack, konsequentes Im-Charakter-Bleiben) habe ich ab und an die Chance erhalten, mehr als ein Leben zu leben.

Und wie es so schön heißt: Würfel rosten nicht…

Die legendären Rollenspielwürfel von Andreas Gloge

 


FUN FACT 4

GROSSBUCHSTABEN

Wir hatten in der fünften Klasse sogar mal ein Fach, das hieß „Schrift“. Hierfür musste man über das Schuljahr verteilt viele kleine Texte in ein Heft schreiben und dieses am Ende beim Lehrer abgeben. Das Resultat kam natürlich ins Zeugnis und kündete der Welt offiziell davon, wie leserlich man handschriftlich schreiben konnte. Also schrieb ich eine Woche vor Abgabe das komplette Heft neu ab, bis mein Handgelenk krampfte und bekam dafür die Note 1 (oha!).

Diesen Anspruch habe ich einige Jahrzehnte später nicht mehr – und da ich leider meine eigene Handschrift schon nach wenigen Tagen (manchmal Stunden) kaum noch entziffern kann (und kleine Buchstaben in Druckschrift noch nie schreiben konnte), bin ich seit einigen Jahren dazu übergegangen, alle meine Notizen und selbst Postkarten und Briefe nur noch in GROSSEN DRUCKBUCHSTABEN zu schreiben.

Ein Notizzettel mit der Handschrift von Andreas Gloge


FUN FACT 5

Mein blauer Freund

Alle Vornamen (bis auf meinen) in meiner Familie beginnen mit H: Hella, Horst, Hanna und… Hansi… Ja, es gab in meiner Jugend zwei Hansis, denn meine Mutter hatte als Kind schon einen (grünen) Hansi gehabt und wollte sich ungern auf einen neuen Namen einstellen. Und ein Hansi wurde ein ganz besonderer Teil der Familie. Wir bekamen ihn als kleinen Kerl, der sich schnell an uns gewöhnte und liebend gerne kuschelte. (Und ja, heutzutage würden wir mindestens zwei Wellensittiche holen, also bitte keine Kommentare in diese Richtung…)

Man konnte ihn in die Hand nehmen, ihn unterm Bärtchen kraulen oder ihn auf die Schulter setzen, wo er sein Köpfchen am Hals rieb, am Ohrläppchen knabberte und dann zufrieden vor sich hin piepsend langsam einschlummerte. Er lief durch aufgerollte Maßbandrollen, spielte tatsächlich auf dem Teppich Fußball, setzte sich beim Abwasch auf den Wasserhahn (und plumpste in den Schaum), flog durchs ganze Haus, nippte (unerlaubterweise) aus Cognac-Gläsern (und war innerhalb von drei Sekunden sturzbetrunken) und terrorisierte uns abends beim Fernsehen so lange mit zornigem Gemecker (das wir selbst mehrere Zimmer weiter noch hörten), bis wir ihn wieder frei herumfliegen ließen.

Er sprach nahezu akzentfrei ganze Sätze nach wie „Darfst du das?“ oder „Bist du lieb?“ und besaß eine schon fast unangenehme Beziehung zu unserem Telefon. Damals in den 80ern gab es noch keine kabellosen Telefone, sodass der Apparat immer an derselben Stelle im Flur stand. Sobald es klingelte, düste Hansi los und war immer der erste am Hörer. Dann lief er auf der Ablage neben dem Telefon wie wild auf und ab, mit senkrecht in die Höhe hochgestelltem Schwanz, mit ganz kleinen aufgeregten Pupillen und nahezu hysterisch zwitschernd. Dass die Anrufe in den seltensten Fällen für ihn waren, interessierte Hansi wenig. Sobald man den Hörer abnahm, flog er auf die Schulter und quetschte sich energisch (und nach wie vor aufgeregt zwitschernd, sodass man kein Wort verstand) zwischen Ohrmuschel und Hörermuschel. Und wenn man ihn dann wegschieben wollte, biss er einem empört in Finger oder Ohrläppchen.

Einmal hatte meine Mutter im Sommer die Balkontür offengelassen und Hansi nutzte die Gelegenheit und flog hinaus in den Garten. Entsetzt liefen wir ihm hinterher, aber er war nirgends mehr zu sehen. Domestizierte Wellensittiche in freier Wildbahn haben so gut wie keine Überlebenschance, das wussten wir. Wir riefen nach ihm – vergeblich. Hansi war fort. Da hatte meine Mutter einen Geistesblitz. Sie lief zurück zur Balkontür und rief mehrmals so laut sie konnte: „Hansi! Telefon!“ Es dauerte keine zehn Sekunden, da sauste der kleine blaue Blitz an ihr vorbei und landete im Flur neben „seinem“ Hörer.

Hansi zog zweimal mit uns um und war viele Jahre ein ganz besonderer Teil der Familie. Er wurde über zehn Jahre alt und hätte sicher noch viele Jahre mehr mit uns verbracht, wenn er nicht eines Tages durch einen dummen Unfall gestorben wäre. Er wollte meiner Mutter hinterherfliegen, nachdem sie den Essenstisch abgeräumt hatte und die Teller gerade in die Küche bringen wollte. Wegen einem gekippten Fenster im Wohnzimmer gab es für einen Moment Durchzug und die Tür zum Flur schlug krachend hinter meiner Mutter zu… genau in dem einen Moment, als Hansi ihr hinterherflog…

Er ist einer der Teile in meinem Gedächtniskartenhaus, den ich nie vergessen werde. Er war unser supersüßes und abenteuerlustiges Haustier, unser nervenzerreibender Haustyrann, doch in erster Linie war er unser Freund.

Andreas Gloge und sein blauer Freund der Wellensittich


FUN FACT 6

Mer-Man Andy

Ich hatte als Jugendlicher mehrfach einen sehr real wirkenden Traum, in dem ich unter Wasser atmen konnte. Dieser Traum war immer recht ähnlich aufgebaut, nämlich dass ich mit meinen Eltern in irgendeinem Hotel war und dort irgendwann im Indoor-Pool getaucht bin – und dabei atmen konnte!

Und je öfter ich diesen Traum hatte, umso schwieriger wurde es für mich, ihn von der Realität abzugrenzen. Ich wusste irgendwann nicht mehr, ob ich das wirklich alles nur geträumt hatte… oder ob ich bei irgendeinem gemeinsamen Urlaub tatsächlich mal unter Wasser geatmet hatte. Und diese Unsicherheit nagte an mir. Also nahm ich mir vor, es einfach beim nächsten Schwimmen auszuprobieren, um Gewissheit zu bekommen. Ich nahm es mir immer und immer wieder vor: das bewusste Einatmen beim Tauchen.

Tja, ich habe mich bis zum heutigen Tag nicht getraut…

Der Beweis, dass Andreas Gloge schwimmen kann


FUN FACT 7

Neue Spiele braucht das Land

Lange bevor Google oder Amazon war die persönliche Auswahl an Brett- und Gesellschaftsspielen begrenzt auf die Auswahl an Brett- und Gesellschaftsspielen im nächsten Geschäft (und ich wuchs in einem recht kleinen Vorort von Bremen auf, da gab es nur einen Spieleladen). Für jemanden mit Vorliebe für Fantasy, Science-Fiction und möglichst viel strategische Kreativität war die Auswahl leider noch viel begrenzter. Also verbrachte ich viel Zeit damit, mit meinem Kumpel Markus mir eigene Spiele auszudenken. Wir schrieben Regelhefte, fertigten Spielbretter an und bastelten Figuren, Karten und Plättchen (oder klauten cool aussehende Spielsteine von anderen Spielen).

Da gab es „Battleships“, wo man seine Tanker sicher übers Meer und in die eigenen Häfen eskortieren musste, und wo der begleitende Konvoi es mit den Zerstörern und U-Booten des Gegners aufzunehmen hatte. Da gab es ein namenloses Sci-Fi-Spiel, wo mit Raumschiffflotten fremde Planeten erobert, besiedelt oder ausgebeutet werden wollten (am gefürchtetsten war „der schwarze Planet“). Es gab mein Mittelerde-Brettspiel „Ringjagd“ (siehe Foto) mit einem Spielbrett à la Spiel des Lebens, mit Actionkarten und Zinnfiguren, wo ein Spieler die Hobbits und der andere Sauron spielte. Es gab ein Masters-Spiel mit Skeletor, He-Man und der Wilden Horde, die ein wenig Street-Fighter-like gegeneinander kämpfen mussten. Und es gab ein sehr ausgeklügeltes Adventure-Quest-Tabletop-Spiel namens „Titan“, wo man seinen Helden mit Aufträgen über eine Fantasy-Weltkarte scheuchte und sich mit Erfahrungspunkten individuell verbessern konnte oder Verbündete anheuerte. Bei „Titan“ wurde so manche Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, wenn der eigene Held kurz vor dem Triumph plötzlich in eine Kröte verwandelt und vom gegnerischen Helden mit der Stiefelsohle unter höhnischem Gelächter zerquetscht wurde…

Leider hat keines dieser Kleinodien die Zeit überdauert und nichts ist geblieben außer diffusen Erinnerungen und dem Wunsch, diese (in der Erinnerung unfassbar ausgeklügelten und genialen) Spiele heute neu aufzulegen, auf den Markt zu werfen und steinreich zu werden.

Ein Mittelerde-Brettspiel von Andreas Gloge


FUN FACT 8

Free at last!

Ich wurde im Laufe meines Berufslebens zweimal vorzeitig entlassen, damit ich trotz guter Arbeit und guter Gesundheit endlich gehe…

Und einmal wurde ich bis vors Oberlandesgericht gezerrt, damit ich trotz nicht mehr zu bewältigender Arbeit und schlechter Gesundheit nie mehr gehe…

Zum Glück haben Gerechtigkeit und gesunder Menschenverstand gesiegt. Dennoch: verrückte Welt!

Andreas Gloge glaubt an die Gerechtigkeit


FUN FACT 9

Pipe dreams on/of/off the pitch

Und nochmal der Fußball: Mein Traumberuf war schon immer Fußballspieler gewesen. Zum einen, weil ich einfach liebend gerne Fußball spiele (klingt naheliegend). Zum anderen, weil ich, wenn ich auf dem Rasen stehe, den Alltag und die ganze Welt ausblenden kann. Ich vergesse recht schnell alles um mich herum und existiere nur noch im Moment. Sport generell, aber speziell bei mir der Fußball, hat etwas Meditatives, Befreiendes und Fokussierendes, das ich sonst kaum irgendwo so erlebe.

Auch fühle ich mich seit jeher mit der Natur stark verbunden, wenn ich auf dem Platz stehe, obwohl ein Fußballplatz natürlich künstlich angelegt ist. Aber der Geruch von Erde, das Gras unter den Füßen, der Wind, die Hitze oder Kälte, der Regen, Hagel oder Schnee… all das wird zum Teil des Spiels und Teil des Augenblicks. Auch kann man kann nicht einfach vom Platz runtergehen oder aufhören, nur weil man zu sehr schwitzt, friert oder einen irgendwas am Wetter stört. Man bleibt da draußen und spielt so lange, bis die Halbzeit abgepfiffen wird. Das ist der Deal.

Leider habe ich meinen Traum nie wirklich verfolgt. Als Kind und Jugendlicher hatte ich mehrfach Einladungen von Auswahlmannschaften, aber bin da nie hingegangen. Ich hatte Angebote von höherklassigen Mannschaften, aber auch da bin ich nie zum Probetraining erschienen. Ich hatte immer ein wenig Angst vor der Herausforderung und zugleich zu viel Spaß an anderen Hobbys, auf die ich nicht verzichten wollte (zumindest redete ich mir das als Ausrede ein). Gleichzeitig war und bin ich latent chronisch unzufrieden mit mir selbst, weil ich so nie meine Grenzen ausgetestet habe. Ich spreche jetzt nicht vom Profisport, sondern einfach vom Ausprobieren, was möglich ist, wenn man seine ganze Energie auf eine Leidenschaft konzentriert.

Was wäre das Schlimmste gewesen, dass mir hätte passieren können, wenn ich mich damals getraut hätte? Eigentlich nur, dass mir jemand sagt, ich wäre nicht gut genug fürs Team. Geändert hätte das meine vorherige Situation nicht. Nur meine Einstellung. Vielleicht hätte es mich sogar dazu gebracht, noch mehr zu investieren, um es diesem dämlichen Experten zu beweisen. Oder ich hätte das Urteil akzeptiert und so meinen Frieden mit dem unerfüllten Traum geschlossen.

Und die Moral von der Geschicht? Du wirst schnell traurig, traust du dich nicht…

Andreas Gloge in den Farben seines Vereins


FUN FACT 10

Staune und erblasse, Peter Jackson!

Ich habe etwa zehn Jahre lang Exposees, Konzepte, Storylines und Drehbücher für Hörspielproduktionen wie Gabriel Burns, Point Whitmark oder Abseits der Wege entworfen. Weniger bekannt ist, dass die wahren Hörspielperlen bereits viele Jahre zuvor entstanden sind:

In den legendären Pelennor-Studios in Lilienthal und Grasberg wurden zusammen mit meinen Feunden Marc und Christian die hohen Künste der Improvisation perfektioniert und mit bestmöglich-zusammengeklauten Soundtracks, eigenhändig live produzierten Geräuschkulissen und der finalen Prise Wahnsinn zu einem Hörgenuss abgemischt, der noch heute seinesgleichen sucht. Sechs komplett analog produzierte Hörspiele entstanden so in den Jahren 1993-1996 und erweckten die Welt von Mittelerde zu neuem Leben (bevor Peter Jackson unsere unveröffentlichten Meisterwerke als Inspiration für seine netten, kleinen Kinofilmchen frei adaptierte):

Gandalfs Geheimauftrag (1996)

Die Festung im Düsterwald (1996)

Auf den Spuren der Elben (1996)

Die Schlacht in den Schatten (1995)

Im Auftrag des Weißen Rates (1994)

Piraten vor Pelargir (1993)

Hier eine kleine Kostprobe der von Marc gestalteten Cover sowie unserer eigens (von Uwe) komponierten 96er-Titelmelodie inkl. Marcs famous first words & verhängnisvollem Outro…

 

Andreas Gloge und seine ersten selbstinszenierten Hörspiele als Kind

 

It's just me (or at least a 21st century version of me)

2 Kommentare

  1. Hella Gloge 10 Monaten vor

    Das liest sich so wunderbar, humorvoll, Selbstironie ist auch dabei. Ich freue mich auf die kommenden Geschichten. Weiter so👍

  2. Steffi 10 Monaten vor

    Rest In Peace Hansi! Ich möchte ganz dringend deinen linken Fuß (ggf. Auch den rechten) in Aktion sehen!

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