It’s just magic in a box

It’s just magic in a box
März 12, 2017 Andreas Gloge

Früher erzählten sich die Menschen ihre Geschichten am Feuer, heute über Netflix oder Amazon Prime …

Geschichten sind Geschichten und bleiben Geschichten, egal ob man sie aus dem Mund eines Freundes hört, auf CDs hört, im Kino sieht, in Büchern liest oder daheim auf der Couch im Fernseher verfolgt.

Als Kind und Jugendlicher habe ich jede Woche ein Buch gelesen, mindestens. Mit Beginn des Studiums wurde es weniger, aber die Quote konnte sich immer noch sehen lassen. Dann jedoch, mit Beginn der 30er Jahre versiegte meine Lesefähigkeit rapide. Tagsüber fehlte die Zeit und abends die Konzentration.

Obwohl ich schon immer gerne Filme und Serien gesehen habe (angefangen bei den Weihnachtsserien im ZDF bis hin zu all den Vorabendserien der 80er Jahre), war deren Übernahme meiner allabendlichen Freizeit doch ein wenig rigoros. Aber so ist das Leben nun mal, alles verändert sich ständig.

Mit Sicherheit  vergesse ich einige meiner Lieblingsserien in der folgenden Auflistung ebenso wie ich Klassiker meiner Jugend (wie Captain Future) weglassen muss, weil es sonst ein Fass ohne Boden wäre… Daher hier nur mal einfach zum Spaß eine Aufzählung von TV-Serien, die mich in den letzten 20 Jahren begleitet, beeinflusst und beschäftigt haben.

 

Abgeschlossene Serien

 

Kurze Anmerkung zur Sprache: bis auf wenige Ausnahmen wie Akte X, LOST oder Babylon 5 habe ich eigentlich alle Serien auf Englisch gesehen. Vor allem bei Comedy ist mir die deutsche Synchro ein Gräuel und funktioniert bei mir absolut gar nicht. Daher beziehen sich meine Kommentare (fast) immer auf die Originalversionen…

 

24

Oh, was war 24 anfangs für eine Offenbarung?! Die ersten zwei-drei Staffeln waren ein einziger Trip. Eine von ihnen habe ich damals komplett ohne Pause am Stück gesehen, alle 24 Folgen von morgens um 10 Uhr bis etwa…. äh…. morgens um 10 Uhr… zackzackzack… und einem gehörigen Jetlag danach. Aber dann ging irgendwann die Luft raus. Ich glaube, nach Staffel 5 war für mich endgültig Schluss. R.I.P. Jack Bauer.

 

30 Rock

Tina Fey ist der Wahnsinn – und Alex Baldwin ebenso! Beide könnte man auf der Stelle heiraten! Naja, eher Tina Fey, okay… und wenn schon nicht heiraten, dann zumindest immer und immer wieder zuschauen, wie sie und Baldwin sich gegenseitig auf die Palme und in die absurdesten Situationen bringen. Perfektes Comedy-Timing, mega originelle und schlaue Dialoge, herrliche Parodie auf die TV-Branche. Ich war und bin ein ganz großer Fan von Tina Fey, und natürlich von 30 Rock, und von Alec Baldwin…

 

Akte X

Grandiose Atmosphäre mit coolen Agenten und (zahllosen) faszinierenden roten Fäden und die Mutter aller Mystery-Serien, irgendwie. Leider wurde die Kuh bis zum Umfallen gemolken und irgendwann machte nichts mehr so richtig Sinn und aus den roten Fäden wurde ein Knäuel, das niemand mehr auseinander tüdeln konnte. Und die Spannung macht PLOPP! Sodass ich wie Mulder auch zur Mitte der Serie ausstieg und mir schlussendlich nur noch das Finale zur Staffel 10 angesehen habe – das einen überraschend versöhnlichen Abschluss für mich bildete, ohne das Verlangen, die verpassten Episoden jemals nachzuholen.

 

Alias

Applaus, Applaus, da hat es eine Serie tatsächlich mal geschafft, ordentlich zuende erzählt zu werden. Fünf feine Staffeln mit allerlei Verwirrungen und mystischem Spionagethrill. Wem kann man trauen und wem nicht? Mit Bradley Cooper in einer Nebenrolle, wo irgendwie schon damals klar war, aus dem Knaben wird mal was. Alles etwas over the top und nie ganz schlüssig, aber unterm Strich hat Alias echt Spaß gemacht.

 

Babylon 5

Staffel Eins war nett, aber durch die vielen Einzelepisoden und den fehlenden roten Faden konnte sie mich damals noch nicht richtig packen. Das änderte sich mit Sheridan und Staffel Zwei extrem, wonach die Serie bis zum Ende von Staffel Vier einen Meilenstein in Sachen TV-Storytelling setzte. Unfassbar gut konzipiert, extrem verschachtelt und mit z.T. recht plakativ-philosophischen Ansätzen aber dadurch auch unglaublich emotional und packend, wenn man sich denn (wie ich) drauf eingelassen hat. Leider hieß es irgendwann mitten in der Produktion, der Serie würde nach Staffel Vier der Hahn abgedreht. Also schrieb Mastermind Straczynski (der übrigens 92 der 110 Folgen selbst geschrieben hat) das Ende um… nur um dann doch noch eine fünfte Staffel dranhängen zu dürfen. Also schrieb er wieder um. Dieses Entscheidungschaos führte dann zu einem eher unbefriedigenden Ende mit einer sehr durchwachsenden letzten Staffel sowie einem spaßigen aber recht kurzlebigen Spin-Off mit Crusade Straczynski. Dennoch, Bab5 bleibt ein Klassiker in meinem Herzen.

 

Battlestar Galactica

Wow, wie genial waren die ersten zwei Staffeln! Unfassbar gut und innovativ! Die Schauspieler, die Storys, das Set-Design, die Schnitte, einfach alles…einfach nur wow… Sci-Fi at ist best! Aber dann, aber dann… Zuerst wird angekündigt, dass der gesamte Story-Arc vorher sorgsam geplant war und nach vier Staffeln abgeschlossen sein wird (hooray – kein Melken der Kuh bis zum bitteren Umfallen wie bei Akte X), doch dann ziehen einem Staffel Drei und letztendlich das Finale von Staffel Vier dermaßen desillusionierend den Boden unter den Füßen weg, dass einfach viel zu viele Fragen unbeantwortet bleiben und mehr oder weniger die ganze Serie keinen Sinn mehr macht. Was für eine extreme Fallhöhe…

 

Blackadder

Ach, was soll ich dazu sagen: einer der großen englischen Klassiker schlechthin! Einfach nur spaßig und clever. Rowan Atkinson zeigt sein ganzes Können und der Rest der Truppe nicht minder.  Die erste Staffel war noch etwas sperrig, die anderen unfassbar lustig.

 

Black Books

Bernard Black, Manny und Fran – ein Trio infernale! In fast jeder der 18 Episoden über den besten Buchladen der Welt stecken Evergreens, die ich noch heute (bewusst/unbewusst) zitiere – und sei es nur in meinem Kopf. Ich könnte jetzt seitenlang darüber reden und lachen, aber ich empfehle einfach nur: anschauen!

 

Cadfael

Clevere Krimis, stimmungsvolles rural England im Mittelalter, geschliffenen Dialoge und ein Derec Jacobi in Bestform! Was will man mehr? Wer hier nicht selbst mal Mönch spielen will, dem ist nicht zu helfen.

 

Californication

Hank Moody, alleine der Name ist schon mal eine Ansage! Auch der Rest der Charaktere hat es echt in sich, perfektes Casting. Für mich spielt David Duchovny hier einen der spannendsten Anti-Helden überhaupt. Während er unaufhaltsam von einem moralischen Dilemma ins nächste schlittert bringt er trotz aller drogenvernebelten Coolness, dem vielen Sex und dem bitterbösen Humor immer noch eine gehörige Portion Tiefgründigkeit und Zeitgeistkritik mit ins Rennen. Mir fehlt allerdings noch die zweite Hälfte der insgesamt sieben Staffeln. It’s time…

 

Carnivàle

Ein schmutziger Jahrmarkt, der in den 1930er Jahre durch das staubige Herz Amerikas zieht, gebeutelt von Weltwirtschaftskrise und zerrissen von Eitelkeiten und heimlicher Begierden der Schausteller. Ein Haufen skurriler Figuren, jede Menge Mystik, Theologie und Magie. Der ewige Kampf von Gut gegen Böse wird von niemandem besser dargestellt als von Clancy Brown. Und wer/was ist überhaupt böse? Vom Style durchaus mit Twin Peaks vergleichbar, nur deutlich story-fokussierter, mit besseren Sets und einer sehr dichten Atmo. Für mich einfach eine der besten Serien überhaupt mit unfassbar viel Aura und Potential. Leider wurde Carnivàle nach nur zwei Staffeln abgesetzt. Ohne eine befriedigende Form von Closure. Shame on you, HBO, shame on you big time!

 

Coupling

Steven Moffat schrieb später auch Doctor Who und Sherlock und in seinem Kopf muss einfach sehr, sehr viel los sein! Mir begegnete er zuerst mit Coupling, und ja, da sind schon wahre Comedy-Perlen dabei. Hier wird das Rad nicht neu erfunden, aber durchweg sehr lustig, wundervoll harmlos frivol und immer für eine neue, kreative Erzähltechnik zu haben.

 

Dark Angel

Zwei sehr unterhaltsame Staffeln von James Cameron mit einem Hauch von Cyberpunk in einem Seattle der nahen Zukunft. Jessica Alba muss man einfach lieben und dazu gab es noch den Gastauftritt eines sehr jungen Jensen Ackles. Nach zwei Staffeln wurde der Serie leider der Stecker gezogen: zu teuer und zu wenig erfolgreich. Dabei nahm die Serie gerade an Fahrt auf. Dank der Figur von Logan wurde ich erstmals mit der Musik von Sibelius konfrontiert: hat sich also gelohnt!

 

Entourage

Auch dieses Comedy-Kleinod rund um die Mythen und Verlockungen junger Schauspieler in Hollywood hat mich lange bei allergrößter Laune gehalten. Vincent Chase und seine Crew aus Queens machen richtig Spaß! Die Musik ist super, alles war gut, dennoch bin ich zur Hälfte der insgesamt acht Staffeln irgendwann ausgestiegen. Nicht mit Vorsatz, sondern eher ganz nebenbei. Irgendwie ist mir die Serie unter den Fingern weggeglitten. Und dann habe ich es verpasst, sie weiter zu schauen. Alleine für Drama (Kevin Dillon) und Ari (Jeremy Piven, der eigentliche Star der Serie) müsste ich das aber irgendwann noch mal nachholen.

 

EUReKA

Die Prämisse von Eureka ist, dass in einer fiktiven Stadt voller Mastermind-Wissenschaftler und unbegrenzter Ressourcen irgendwie alles möglich ist. Das überträgt sich dann auch auf die herrlich überdrehten Episoden. Umso erstaunlicher, wie organisch sich Colin Ferguson als Normalo-Sheriff und bodenständige Identifikationsfigur in das skurrile Setting einfügt. Mir haben die fünf Staffeln sowie das Ende total gut gefallen. Faszinierend harmlose aber doch spannende Unterhaltung mit gut dosiertem Humor.

 

Firefly

Cowboys in Space? Whaaaat? Über Firefly muss ich keinem Sci-Fi-Fan groß was erzählen: schaut sie euch an, habt Spaß, genießt, rätselt und verzweifelt wie ich und Millionen anderer Fans daran, dass nach nur einer (kurzen) Staffel hier der Stecker gezogen wurde. Leider floppte der Film Serenity danach total, was meines Erachtens an einem echt schwachen Drehbuch lag, das weder den Charme noch die vielen losen Handlungsstränge der abgebrochenen Serie einfangen konnte.

 

Friends

Ja, ich gebe es zu: Friends hat mich vermutlich auf alle Zeiten für Sitcoms empfänglich gemacht. Zuerst fand ich die Serie furchtbar öde, weil ich im deutschen Fernsehen reingezappt hatte und kein einziger Witz bei mir zündete. Aber dann kam ich in den Genuss vereinzelter Originalepisoden im Internet und hatte schließlich die komplette Friends-DVD-Box bei mir zuhause stehen. Alles auf reset: Folge Eins in den Player…und los ging der Marathon über viele viele Wochen. Classic!

 

Fringe

Ähnlich wie bei Alias wurden auch hier die roten Mystery-Fäden zuerst wunderbar fein gesponnen und zahllose Episoden waren richtig gut. Sicher, irgendwann wurde es bei beiden Serien etwas zu konfus und verworren und die Storys zu abgedreht und widersprüchlich. Dennoch war Fringe inspirierte Popcorn-Unterhaltung, harmlos aber spannend, mit vielen schönen Wendungen und feinen Charakteren, allen voran John Noble als verschrobener Dr. Walter Bishop.

 

IT Crowd

Der Aufhänger von zwei sozial inkompatiblen IT-lern mit einer überforderten Chefin und einer Truppe exzentrischer Nebenfiguren ist einfach unschlagbar – dank des typisch britischen Humors. Have you tried turning it off and on again?

 

LOST

Ich war süchtig. Absolut. Eine anfangs faszinierend originäre Erzählweise verbunden mit tollen Charakteren, jeder Menge Abenteuer-Insel-Feeling und ordentlich Mystery – seufz! Aber mit Charlies Tod Ende der dritten Staffel gingen zugleich auch Continuity, Logik und Spannung immer mehr den Berg runter – bis LOST schließlich in einer wirren und extrem enttäuschenden Auflösung bzw. Nicht-Auflösung endete. Die Autoren hatten offenbar einfach echt mal gar keinen Plan gehabt. What a mess…

 

Merlin

Spaßige Fantasy-Familienunterhaltung mit hohem Unterhaltungsfaktor und sympathischen, britischen Schauspielern. Die Effekte sind eher low-budget und die Storys prima für den entspannten Samstagnachmittag. So begann Merlin und so machte die Serie auch Freude. Wer liebt sie nicht, die mystisch-idyllische, englische Heldenlandschaft mit ihren nebligen Wäldern und alten Burgen. Leider drängten die Macher irgendwann darauf, den roten Faden rund um Arthurs und Merlins Coming-of-Age immer düsterer anzulegen, was der Serie ihren Charme raubte und am Ende für ein wirklich enttäuschendes Finale mit extrem bitterem Nachgeschmack sorgte. Da gingen mal alle Mundwinkel nach unten.

 

Parenthood

Von der ersten bis zur letzten Episode packende, generationsübergreifende Familienunterhaltung mit zugegeben einigen recht amerikanischen Themen, aber unterm Strich einfach richtig, richtig gut gespielt und unglaublich menschlich-menschelnd ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Ein schmaler Grat perfekt gemeistert. Könnte ich noch mal schauen.

 

Robin of Sherwood

Oh weh, was weckt diese Serie meine Sehnsucht nach mystischen Wäldern, Magie und dem mythologischen England. Eine meiner frühesten Jugendserien, die bis heute für mich ihren Charme und Reiz nicht verloren hat. Selbst nach dem Ausstieg des ersten Robin, als plötzlich ein neuer Robin (Sean Connerys Sohn) aus dem Sherwood-Hut gezaubert wurde – völlig egal und einfach dramaturgisch geschickt und organisch eingefügt in die Serie. Clannads Soundtrack ist ein Klassiker, ebenso Robbert Addies Guy of Gisbourne und der unvergessliche Nickolas Grace als Sheriff of Nottingham. Die ganze Besetzung ist grandios. Nebelverhangene Wälder, dreckige Schlösser und Soldaten, deren Armbrüste und Schwerter natürlich (fast) nie treffen. Bis auf das leider völlig verkorkste Serienfinale wird Robin of Sherwood immer einen ganz besonderen nostalgischen Platz in meinem Herzen einnehmen.

 

Scrubs

Als Scrubs begann, wurde die Titelmelodie zum Soundtrack meines jungen Studentenlebens und das Sacred Heart Hospital zum zweiten Zuhause. Aber niemals nie und nein nie werde ich Scrubs auf Deutsch ansehen können: einfach nur total unlustig und Fremdscham pur bei den sogenannten Witzen. Ebenso wenig wie ich irgendwann zur Mitte der insgesamt neun Staffeln noch lachen konnte, weil es einfach zu sehr over the top wurde, JD nur noch ein alberner Hampelmann war und die emotionale Dramaturgie sich komplett verabschiedet hatte. Scrubs wurde zur Parodie auf sich selbst, wobei es von vornherein ja schon eine Parodie gewesen war. Zum Ende konnte Bill Lawrence sich dann glücklicherweise noch mal kurz besinnen und lieferte noch einige sehr schöne Folgen ab mit einem versöhnlichen Finale.

 

Seinfeld

Ich habe tatsächlich alle 180 Seinfeld-Folgen innerhalb weniger Wochen nacheinander weg auf DVD gesehen. Und trotzdem kann ich bis heute nicht sagen, was mich daran so fasziniert hat – außer Julia Louis-Dreyfus, versteht sich. Es ist bei mir auch sehr wenig an Handlung und Witzen hängengeblieben. Seinfeld ist ein Phänomen und ich weiß, dass die Serie echt gut war, irgendwie.

 

Sherlock Holmes

6 Staffeln und 5 Spiefilme von Granada Productions (heute: ITV Studios) präsentierten sehr getreue Holmes-Adaptionen mit einem unfassbar gutem Jeremy Brett, der die Rolle vereinnahmte und für mich immer der wahre Holmes bleiben wird. Leider ging er wegen seiner manisch-depressiven Erkrankung und seiner Medikation irgendwann auf wie ein Hefezopf. Zudem soll er immer häufiger nach Dreharbeiten nicht mehr aus seiner Sherlock-Holmes-Rolle herausgefunden haben. Tragisch, traurig, und leider auf ewig ein dunkler Schatten über der genialen Serie.

 

Six Feet Under

Bis zum Ende von Staffel 3 habe ich Six Feet Under mit riesiger Begeisterung gesehen und dann leider abrupt abgebrochen, weil mir das Leben dazwischen gefunkt hat. Der Plan war immer: irgendwann  nochmal neu anfangen und bis zum Ende durchschauen. Nur wann?

 

Spaced

Für mich damals ein echter Augenöffner: genial witzige Comedy von Geeks über Geeks für Geeks. Es gibt kaum was Besseres in Bezug auf Cross-Referenzen zur Popkultur von Film und Comic. Dazu super frische Schnitte und ein geniales Tempo. Leider wurden nur 14 Episoden gedreht. Zum Glück konnte Simon Pegg seine Karriere danach ausbauen, auch wenn er für mich immer Tim Bisley bleiben wird.

 

Star Trek / Raumschiff Enterprise

Classic: alle Folgen als Kind gesehen und geliebt – noch heute werde ich nostalgisch, wenn ich mal reinschaue. Obwohl ich als Kind auf dem Sofa meiner Oma oft die Hände vor die Augen schlagen musste, so gruselig fand ich einige Sachen (bis auf den Pizza-Mampf-Verschnitt Horta, die fand ich schon damals lustig).

The Next Generation: alle Folgen gesehen und ebenfalls innig geliebt, wenn auch immer wieder an der zu glatten Inszenierung und der fehlenden Weiterentwicklung verzweifelt. Dennoch TNG hat mir eine unstillbare Sehnsucht nach den Weiten des Alls für immer ins Herz gepflanzt – das Schicksal jugendlicher Erfahrungen.

Deep Space Nine: Anfangs war ich skeptisch, später wurde die Serie immer besser und düsterer, als die Folgen allmählich aufeinander aufbauten. Leider bin ich mit den Charakteren nie ganz warm geworden und habe ich die finalen zwei Staffeln bis heute nicht gesehen.

Voyager: Ich gebe zu, da habe immer nur mal eher zufällig rein gezappt und s hat mich leider nie gepackt.

Enterprise: Also ich fand sie richtig gut und hätte gerne noch mehr davon gesehen, aber nach vier Staffeln gingen die Lichter aus im All.

 

The Office / Extras

Stromberg habe ich nie gesehen, The Office schon, also die englische Originalversion, nicht das Remake für Amerika – obwohl ich denke, das wird auch gut sein, denn John Krasinski ist nunmal auch kein schlechter. Aber alles begann mit Ricky Gervais und Ricky Gervais spielt in seiner eigenen Liga, ebenso wie Martin Freeman oder Stephen Merchant. Kurze Rede, langer Sinn: The Office oder Extras muss man gesehen haben!

 

Torchwood

Der Doctor Who-Spin-Off hat bei mir leider nur teilweise gezündet. Captain Jack und Gwen Cooper sind natürlich spitze und auch der Anfang war schon echt gut und bewusst anders konzipiert. Aber mit Staffel Drei wurden die großen Story-Arcs doch recht wirr und auch etwas zu düster. Da ging der skurrile Doctor-Who-Universe-Spaß-Faktor irgendwie den Bach runter.

 

True Blood

Blut, Schweiß, Sex, Vampire und noch mehr Blut. Ich habe True Blood genossen! Sicher kann man über viele Handlungsstränge und fragwürdige Charaktermotivationen trefflich streiten und sich zu Recht wundern, aber die Atmosphäre im schwülheißen Süden Amerikas war immer herrlich düster und sexy zugleich. Auch der Soundtrack und die Splatter-Elemente waren klasse eingesetzt und haben dem Ganzen seinen durchaus comic-haften Charme verpasst. Das große Finale rund um Sookie & Co. fand ich zuerst etwas einfallslos und sehr nahliegend. Aber zu meiner eigenen Verwunderung konnte ich mich im Nachhinein damit gut abfinden und meinen Frieden schließen.

 

Twin Peaks

Durch Twin Peaks und Agent Dale Cooper bin ich erst so richtig auf den Kaffeegeschmack gekommen. Staffel Eins ist einfach grandios, ohne Wenn und Aber. Dass Lynch dann aber genötigt wurde, einen Täter zu präsentieren (was er nie wollte) führte zu einer Banalisierung der ganzen Serie, denn als Whodunnit war Twin Peaks nie konzipiert worden. Somit wurde Staffel Zwei etwas konfus und nach der Enthüllung des Täters brauchte es wirre Mystery-Elemente, um nach wie vor Spannung aufrecht zu erhalten. Das alles war ebenso unbefriedigend wie der Spielfilm, der irgendwann folgte. Aber die Atmosphäre von Twin Peaks sucht Ihresgleichen, auch dank des lynchigen Soundtracks. Bin in der Tat sehr auf das Remake gespannt und habe so das Gefühl, das kann was richtig Großes werden.

 

Wonderfalls

Eine kleine, feine, brillante, märchenhafte Serie über den Fluch, die Magie und die moralischen Hintertüren von Guten Taten. Leider war nach nur 13 Folgen Schluss. Zugegeben, nicht jede Episode war ein Klassiker, aber jede hatte ihren eigenen Zauber. Ich hätte auf jeden Fall mehr vertragen.

 

Laufende Serien

 

All die folgenden Serien laufen noch und halten mich auf die eine oder andere Weise in ihrem Bann. Ein endgültiges Urteil mag ich mir aber erst erlauben, wenn sie beendet sind oder ich irgendwann gelangweilt aussteige. You never know…

 

Arrow

Letzte gesehene Staffel: 4

Was mir gefällt: Die Serie ist angenehm düster und versucht trotz aller DC-Interventionen aus Parallelserien einen Hauch von Bodenständigkeit zu bewahren. Die Kämpfe sind immer ein bisschen wie A-Team und der ganze Style hat einen leichten B-Movie-Touch, aber für mich ist das prima Popcorn-TV-Unterhaltung.

Auf was ich hoffe: Weniger Supersuperhelden und mehr Drama rund um Green Arrow selbst.

 

Big Bang Theory

Letzte gesehene Staffel: 9

Was mir gefällt: Ich bin vor etwa 237,7 Jahren über die erste Staffel gestolpert, als sie noch neu und recht unbekannt war. Und dachte, wow, das verdient doch mal Anerkennung, denn das ist echt mal witzig, charmant und originell. Und dann BAZINGA…

Auf was ich hoffe: Dass die Serie sich nochmal neu erfindet oder ein würdiges Finale findet.

 

Doctor Who

Letzte gesehene Staffel: 9

Was mir gefällt: Ich muss gestehen, ich habe die alten Staffeln vor dem Relaunch 2005 nie gesehen. Umso erstaunter, wie schnell ich Fan geworden bin. Die Storys rund um David Tennant und mehr noch Matt Smith waren einfach phantastisch im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Capaldi bin ich (noch) nicht so ganz warm geworden. Ebenso wenig mit all den galaktisch großen Logik-Löchern in allen Staffeln. Das ist typisch Moffat: immer wenn alles keinen Sinn mehr macht, zieht er sein Erzähltempo dermaßen an, dass man keine Zeit mehr hat, darüber nachzudenken. Das ist super Unterhaltung, aber manchmal nervt es dann doch. Wer dem Zwang erliegt, sich ständig neu erfinden zu müssen, der muss wohl leider Kohärenz verzichten.

Auf was ich hoffe: Auf den ersten weiblichen Doctor.

 

Flash

Letzte gesehene Staffel: 1

Was mir gefällt: Ich hatte Spaß an der ersten Staffel, aber sie ist mir schon etwas zu abgedreht, da die vielen Superpowers einfach irgendwann langweilig werden. Auch der Stil ist etwas zu glatt manchmal. Ich mag die Charaktere, aber es wird hart, am Ball zu bleiben.

Auf was ich hoffe: Dass ich doch noch Spaß finde, weiter zu schauen.

 

Fleabag

Letzte gesehene Staffel: 1

Was mir gefällt: Die goldene Mischung von Fremdscham und englischem Humor wurde schon bei The Office auf die Spitze getrieben. Fleabag schlägt in dieselbe Kerbe, aber ist deutlich näher am echten Leben, zumindest was Dialogwitz und Situationskomik betrifft. Das In-your-face-Prinzip funktioniert wunderbar. Für mich mal wieder ein kleines englisches TV-Juwel und ein Augenöffner, was bitterlustiges Storytelling betrifft.

Auf was ich hoffe: Staffel 2.

 

Game of Thrones

Letzte gesehene Staffel:  5

Was mir gefällt: Alles, einfach alles. Ich weiß, das klingt so blabla, aber es ist die Wahrheit! Ich hatte einst in einem anderen Leben die ersten drei (englischen) Bände gelesen und ungezählte Rollenspielabenteuer in Westeros und vor allem dem Vale erlebt. Seit einigen Jahren nun bereise ich Westeros nur noch per HBO, aber ich wüsste echt nicht, wie man die Serie groß besser machen könnte. Alles, was man Fantasy-Herz sich wünscht, findet seinen Platz.

Auf was ich hoffe: Dass Daenerys und Jon Snow einander finden, heiraten und Seite an Seite Westeros regieren (Fire & Ice).

 

Girls

Letzte gesehene Staffel: 4

Was mir gefällt: Jaja, über Girls wurde schon sehr viel geschrieben und gesagt. Die vielen Ecken und Kanten, die vielen Schwächen und Fehler, die guten Dialoge und richtig guten Schauspieler. Und so weiter und so fort. Und das meiste davon stimmt.

Auf was ich hoffe: Das Ende gerät in Sicht und Lena Dunham wird es hoffentlich gut mit all ihren Figuren meinen.

 

It’s always sunny in Philadelphia

Letzte gesehene Staffel: 4

Was mir gefällt: Die Dialoge und Storys sind einfach mega witzig und mega krass! Die Figuren sind so kaputt und schräg und doch liebt man sie alle auf ihre Weise. Genial gemacht!

Auf was ich hoffe: Dass ich an die anderen Staffeln da draußen endlich mal meine Finger dran bekomme – aaaaarrrrgh!

 

Masters of Sex

Letzte gesehene Staffel: 1

Was mir gefällt: Michael Sheen war mir zwar bekannt und ich fand ihn okay, aber es ist immer wieder faszinierend, wie wichtig die Qualität einer Rolle für einen Schauspieler ist. Was er hier leistet und leisten darf ist grandios. Und Lizzy Caplan ebenso. Und natürlich auch ziemlich sexy, logisch.

Auf was ich hoffe: Dass die Pause zwischen Staffel 1 und 2 für mich nicht zu lang war – sonst muss ich Staffel 1 halt nochmal sehen.

 

Mozart in the Jungle

Letzte gesehene Staffel:  3

Was mir gefällt: Die Besetzung, die Musik, das Ensemble, der Humor. Verdammt… alles ist so…. charmant und… nun ja… nett im besten Sinne des Wortes.

Auf was ich hoffe: Noch viele Happy Ends und Hai Lais.

 

New Girl

Letzte gesehene Staffel: 4

Was mir gefällt: Für mich aktuell die perfekte Comedy. Jess, Nick und Schmidt sind unschlagbar. Und natürlich Jess. Hab ich schon Jess gesagt? Und Zooey auch… Und Jess.

Auf was ich hoffe: Dass ich endlich Zeit für Staffel 5 finde…

 

Shannara

Letzte gesehene Staffel: 1

Was mir gefällt: Dass ich ganz entspannt Fantasy schauen kann mit nicht zu hölzernen Charakteren, gutem Set-Design und nicht allzu albernen Dialogen und Plots.

Auf was ich hoffe: Dass der B-Movie-Charakter mit der zweiten Staffel etwas mehr verblasst.

 

Supernatural

Letzte gesehene Staffel: 10

Was mir gefällt: Ach, ich weiß es ja auch nicht, aber ich kann mir die Winchester Boys immer ansehen, immer, einfach immer! Egal, wie konfus die Storys sind, egal worum es geht, egal wer mal wieder stirbt oder aufersteht: Sam und Dean machen mir einfach unfassbaren Spaß. Coole Witze, super Effekte, prima Action und endlose Wirrungen. Supernatural ist ein bisschen wie nach Hause kommen (kein Wunder, bei der Anzahl an Staffeln)…

Auf was ich hoffe: Dass dem Impala niemals der Sp(i)rit ausgeht.

 

Vikings

Letzte gesehene Staffel: 4

Was mir gefällt: Der ganze dreckige, schlammige, bittere, böse Style inmitten der archaischen Wikingerwelt und dass man inmitten von Gemetzel und Blutopfern immer noch genügend Menschlichkeit in allen findet, um mit ihnen zu leiden, zu fiebern, zu hoffen.

Auf was ich hoffe: Das Lagertha sie alle überlebt…

 

Walking Dead

Letzte gesehene Staffel: 5

Was mir gefällt: Anfangs war ich mega skeptisch, was an einer Zombieserie auf Dauer interessant sein soll. Auch hatte ich Bedenken, dass sich die Staffeln immer nur wiederholen würden und sich selbst zitieren würden. Aber Pustekuchen! Das Storytelling versteift sich nicht auf einen großen Meta-Plot, sondern konzentriert sich immer auf den Moment und den Story-Arc der Staffel. Niemand ist sicher, alle verändern sich.

Auf was ich hoffe: Auf Carol.

 

Webserien

 

Von dieser noch jungen Spezies gibt es mittlerweile dermaßen viele Serien und ich kenne doch so wenige. Die Qualität der Produktionen ist mittlerweile erstaunlich, sowohl bei Bild & Ton & Schauspielern als auch dramaturgisch. Klar, an den Effekten und Set-Designs erkennt man das Budget jederzeit, aber was am Ende zählt sind gute Geschichten und da gibt es eine Überraschung nach der anderen. Der Vorteil ist, dass die meisten Web-Episoden nur wenige Minuten dauern. So kann man doch recht schnell ganze Staffeln durchsehen.

 

Webserien, die ich richtig gerne gesehen habe:

 

LARPs

Tabletop

Space Janitors

The Guild

Journey Quest

 

…und die ich irgendwann mal gesehen haben sollte:

 

Riftworld Chronicles

Horizon

AFK

Anamnesis

Abigail

…and many more

 

 

Und ein Ausblick auf die nahe Zukunft:

 

Selbstverständlich-endlich-wird-auch-Zeit:

Downtown Abbey

Ich weiß, dass ich die Serie lieben werde, ohne jemals auch nur einen Trailer gesehen zu haben. Jetzt gibt es sie von Anfang bis Ende und ich muss nur damit anfangen.

 

 

 

Und-natürlich ohne-Wenn-und-Aber: WHO LET THE GODS OUT? WHO?? WHO???

American Gods

 

 

“All your questions can be answered, if that is what you want. But once you learn your answers, you can never unlearn them.”

 

 

 

It's just me (or at least a 21st century version of me)

0 Kommentare

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*