Lucifer meets American Gods

Lucifer meets American Gods
Juni 7, 2017 Andreas Gloge

Ich muss gestehen, meine ursprünglichen Ambitionen, DOWNTON ABBEY zu beginnen, haben sich momentan auf sommerliches Eis gelegt. Mein Gefühl sagt mir, das wird erst was im Herbst… Derweil habe ich die erste Staffel von LUCIFER hinter mir und warte jeden Montag auf die nächste Folge von AMERICAN GODS.

Beide Serien haben mich überrascht und zwar auf völig verschiedene Weisen. Was sowohl auf ihre Stärken wie auch ihre Schwächen bezogen ist. Und beide Serien könnten gegensätzlicher kaum sein und doch ergänzen sie sich gerade deswegen (für meinen Geschmack) ganz wunderbar.

 

Von LUCIFER wusste ich vor der ersten Folge absolut nichts und hatte daher auch keinerlei Erwartungen. Die Storys sind nicht gerade shakespearesk und das Set Design sowie die Effekte sind eher Standard und wenig inspiriert. Und dennoch und gerade deswegen macht die Serie unglaublich viel Spaß und sprüht nur so vor Esprit, Charme und Wortwitz. Denn so man kann sich voll und ganz auf die Personen und deren Spiel konzentrieren: Ein perfektes Beispiel, wie durch geschliffene Dialoge und perfektes Casting beste Unterhaltung wird.
Klar, es ist im Grunde eine One-Man-Show des brillianten Tom Ellis, dem die Rolle von Lucifer Morningstar wie auf den Leib geschrieben ist. Aber auch die anderen Charaktere schaffen es, durch die Bank weg interessant und sympathisch zu bleiben. Es ist ein harmloses aber dennoch äußerst charmantes und extrem unterhaltsames Miteinander. Character over plot ist hier die Devise – und sie funktioniert wunderbar.

 

Interessanterweise ist AMERICAN GODS ebenfalls vom Drehbuch her absolut Character-driven und wirft eine skurrile Persönlichkeit nach der anderen ins Rennen. Dabei passiert plotmäßig recht wenig und das Erzähltempo ist auffallend ruhig und extrem symbolschwanger (Gaiman-Style). Doch bleiben die Charaktere hingegen (für mich bislang) ungewöhnlich distanziert und eindimensional und dienen vornehmlich den Überleitungen zu typisch gaimanesken Phantasmen, aberwitzigen Bilderfluten, genialer Musikuntermalung und einer dadurch unglaublich dichten und fesselnden Atmosphäre. Hier ist Atmosphere over character over plot bislang die Devise – und auch das funktioniert wunderbar.

 

Fazit so far: beide Serien werden wachsen – unbedingt weiterschauen!

It's just me (or at least a 21st century version of me)

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